Die Geschichte Schottlands

Die Geschichte Schottlands

Jahr Ereignis
Etwa 3900-2500 v. Chr. Steinzeitkulturen auf den Orkney-Inseln, älteste Fundstellen auf der kl. Insel Papa Westray, spätere und größere auf Mainland.
um 2100 v.Chr Sturmkatastrophe von Skara Brae am Westrand von Mainland verschüttet ein Steinzeitdorf mit Sand; das schottische Pompei unter der Düne.
um 2000 v. Chr. Kammergrab von Maes Howe auf Mainland/Orkneys.
um 1900 v. Chr. Kammergräber von Midhowe Caim (Insel Rousay) und Unstan Caim (Mainland); Felsengrab von Dwarfie Stane (Insel Hoy).
um 1800 v. Chr. Bronzezeitliche Denkmäler auf Mainland (Ring of Brodgar, Steinsetzungen von Stennes).
800 v. Chr. Beginn der Einwanderung eisenzeitlicher Völkerschaften aus Mitteleuropa.
500 v. Chr. Beginn der Kelteneinwanderung, hauptsächlich über Irland.
etwa 200 vor bis 200 n. Chr. Die Zeit der Brochs (Steintürme ähnlich den Nuraghen) auf verschiedenen Orkney- und Shetland-lnseln (Ausgrabungen an der Meeresstraße zwischen Rousay und Mainland).
55-54 v. Chr. Cäsar informiert sich bei Händlern über England und setzt auf die Insel über, doch ziehen die Römer wieder ab.
43 n. Chr. Beginn der römischen Eroberung von England.
71-84 Nordvorstöße der Römer vor allem unter dem Feldherrn Agricola. Bau römischer Befestigungen zwischen Clyde und Forth.
84 Schlacht am Mons Gropius (vermutlich südöstl. Schottland) und Sieg der Römer über schottische Stämme.
117-138 Kaiser Hadrian. Er bereist Großbritannien und befiehlt den Bau des nach ihm benannten Walls.
142-145 Wall des Kaisers Antoninus auf verkürzter Linie wegen zunehmender Angriffe aus dem Norden auf den Festungsgürtel.
Ende des 4. Jh. Unter starkem Druck schottischer Stämme werden die Wälle und Kastelle von den Römern verlassen. In größeren Siedlungen Reste christlicher Bevölkerung.
Frühes Mittelalter In Schottland leben nebeneinander, mit zahlreichen, meist kriegerischen Kontakten, die Pikten im Reich Alba (nichtindogermanisches Volk), die keltischen Skoten (aus Irland eingewandert, Reich Dalriada im Westen) z.T. romanisierte Briten in Strathclyde (Südwesten) und german. Angeln (Northumbria, südöstl. Schottland).
397 St. Ninian beginnt die Missionsarbeit in Withorn.
449 Jütische Krieger unter Hengist und Horsa landen im Osten Englands.
563 Sankt Columba, Ire königlicher Abkunft, landet mit Gefährten auf der Hebriden-lnsel lona und missioniert Südwestschottland im Lauf der nächsten Jahrzehnte.
687 Tod des hl. Cuthbert nahe der Insel Lindisfame (Northumbria).
690-790 Angelsächsische Buchkunst und Pflege der Pergamente in den ersten schottischen Klöstern (Evangeliare).
793 Überfall auf das Inselkloster Lindisfame gilt als Beginn der Wikingerzeit; Heimsuchung aller meernahen Siedlungen, Raubflotten auf den Flüssen Seine, Rhein, Weser u.a.
834-860 Kenneth MacAlpine, König von Dalriada, schlägt Pikten und german. Seeräuber und einigt Schottland zum Königreich, zu dem 1016 Northumbria kommt und 1034 Strathclyde. Auf den Hebriden herrschen jedoch die Norweger.
1058-1286 Schottisches Mittelalter unter tüchtigen Königen wie Malcolm III., David l. und Alexander III. mit einer gewissen Prosperität in Friedenszeiten.
1290-1320 Nach Jahrhunderten schottischer Einfälle nach Süden Beginn von Abwehrkämpfen gegen das erstarkte England. Robert the Bruce, Begründer einer neuen Dynastie, Sir William Wallace (1272- 1305) schottischer Freiheitskämpfer.
1314 Schottischer Sieg von Bannockbum bei Stirling.
1328 Vertrag von Northampton anerkennt Schottlands Unabhängigkeit.
1371-1689 Herrschaft des Hauses Stuart.
1424 Jakob l. nach 18 Jahren in englischer Gefangenschaft auf dem schottischen Thron (bis 1437).
1468 Nach den 1266 von Norwegen durch Kauf erworbenen Hebriden kehren nun auch Orkneys und Shetlands an Schottland zurück.
1495 Kings College von Aberdeen als dritte schottische Universität konstituiert (Nach Edinburgh 1412 und Glasgow 1451).
1513 Verlustreiche Niederlage gegen England bei Flodden. Tod Jakobs IV.
1542-67 Maria Stuart Königin der Schotten (gest. 1587).
1549/50 Religiöse und soziale Unruhen in England. Beginn der Reformation in Schottland.
1553-58 Maria die Katholische, auch genannt die Blutige, Königin von England.
1558-1603 Elisabeth l., Tochter Heinrichs VIII., Königin von England.
1561 Maria Stuart, junge Witwe nach Franz II. von Frankreich, kehrt nach Schottland zurück.
1567 Tod von Marias Gatten Lord Damley durch einen Sprengstoffanschlag. Maria heiratet den vermutlichen Mörder Bothwell, unterliegt aber in der Schlacht von Langside bei Glasgow gegen die Lords (1568) und begibt sich in die Gewalt der englischen Königin.
1567-1625 Jakob VI. von Schottland, Sohn der Maria Stuart, seit 1603 auch König von England.
1587 Hinrichtung der Maria Stuart im Tower zu London wegen Verschwörung gegen die englische Krone.
1603 Tod Elisabeths l., erste Union of the Crowns (Vereinigung der Kronen) unter Jakob l.
1625-49 Karl l. König von England und Schottland aus dem Haus Stuart. Auf Betreiben Cromwells nach Schauprozeß hingerichtet.
1649 Aufstand in Irland von Cromwell grausam niedergeschlagen.
1653-58 Cromwell Lordprotektor und Herr der Insel bis zu seinem Tod.
1660 Dank General Monck Restauration der Stuarts mit Karl II. (1660-85), der intelligent und tolerant regiert.
1685-88 Jakob n. (in Schottland: Jakob VII.) versucht, die Katholiken in hohe Positionen zu bringen. Macht sich durch Härte unbeliebt. Landung von Wilhelm von Oranien, als König von England Wilhelm III. (1688-1702) anstelle seines Schwiegervaters Jakob II.
Juni 1689 Sieg der schottischen Hochländer bei Killicrankie über die englischen Truppen.
1692 Das Massaker von Glencoe.
1702-1714 Königin Anne bemüht sich um besseres Einvernehmen mit den Schotten.
1707 Proklamation des United Kingdom bei Vereinigung der Parlamente von London und (bis dahin) Edinburgh.
1714 Von Queen Anne geht der Thron an das Haus Hannover-Braunschweig über. Georg l. in Personalunion mit Hannover König von England und Schottland.
1715 und 1719 Erhebungen in Schottland für den sog. älteren Prätendenten, den spät geborenen Sohn Jakobs II. von England.
1727-60 König Georg II.
1745 Beginn der Erhebung unter dem Jüngeren Prätendenten, genannt Bonnie Prince Charlie (Karl Eduard Stuart, 1720-1788).
16.04.1746 Vernichtende Niederlage der Schotten bei Culloden.
29.09.1746 Nach Monaten der Flucht und Entbehrungen, auf South-Uist verraten, auf Skye von Flora MacDonald gerettet, landet Karl Eduard in der Bretagne. Der letzte Jakobitenaufstand war nach bedeutenden Anfangserfolgen gescheitert.
1746/47 Sehr harte Maßnahmen gegen die überlebenden Parteigänger Karl Eduards in Schottland. Entmachtung der Clans. Hungersnöte.
1747 Flora MacDonald nach Haft im Tower amnestiert, wandert nach Amerika aus (später Rückkehr in die Heimat).
1760-1820 Georg III., erster in England geborener König der Hannoverschen Linie (seit 1811 Regentschaft des späteren Georg IV. the Regency).
1771-1832 Walter Scott (publiziert seit 1805, Waverly 1814).
1796 Tod von Robert Burns. Schottlands großer Lyriker wurde nur 37 Jahre alt.
1822 Georg IV. besucht Schottland. Beginn der Reformpolitik, die 1885 (!) endlich zur Ernennung eines eigenen Schottlandministers führt.
Im 19. Jhdt. steigt die Bevölkerungszahl Schottlands von 1,6 auf 4,5 Millionen (Auswanderung nach Amerika, Einwanderung aus Irland).
Seit 1927 Erstarken des schottischen Nationalismus. Raub des Krönungssteines aus London, wiedergefunden 1951 in Arbroath.
1974/75 Durchgreifende Verwaltungsreformen in Schott- land beseitigen weitgehend die alten Grafschaftsgrenzen.
1979 Referendum zur politischen Teilautonomie scheitert.
1997 In einem landesweiten Referendum entscheiden sich 74,3 % aller wahlberechtigten Schotten für eine regionale Volksvertretung. Diese soll bis zur Jahrtausenwende ihre Arbeit aufnehmen und unabhängig von der Regierung in London über Fragen wie Bildung, Gesundheit, Polizei und Wohnungsbau entscheiden können. 63,5 % der Stimmberechtigten sprachen sich außerdem dafür aus, dem neuen Abgeordnetenhaus in Edinburgh begrenzte Steuerhohheit einzuräumen.
1999 Nach 292 Jahren wird ein neues Schottisches Parlament bestimmt.
2004 Die Queen persönlich weiht in Edinburgh das neue schottische Parlamentsgebäude ein.
2014 Im Referendum entscheiden sich die Schotten, in der Union zu verbleiben. (55% dafür)
Quelle (u.a.): Hermann Schreiber, "Schottland - Die Geschichte eines Landes am Rande Europas"